Erst Flunder -
dann Kruste
Angefangen hat es mit einer Backbox, die mir Kolleginnen geschenkt haben. Alle Zutaten für ein Körnerbrot, mit Hefe, unkompliziert. Es wurde gut, und ich wollte mehr wissen.
Danach ging es durch Blogs, Sauerteigansätze und Bigas. Meine Brote waren flach wie eine Flunder, hatten Löcher, so groß wie Tunnel, oder waren steinhart. Mit der Zeit wurden sie besser. Bei einem Sauerteigbäcker habe ich dann gelernt, worauf es wirklich ankommt.
Ich arbeite als Projektmanager in einer Digitalagentur. Dort habe ich meine Brote mitgebracht, und irgendwann hieß es: „Kannst du mir das mal zeigen?“ 2021 war der erste Workshop. Danach kamen die Fragen: Was mache ich, wenn der Ansatz nicht hochgeht? Wann muss ich was tun, damit morgens frische Brötchen auf dem Tisch liegen? Aus kurzen Streams, Gesprächen und Messenger-Chats wurden Kurse.
Die Pizza kam dazu, als ich mir einen echten Pizzaofen gekauft habe. Mich hat dabei dasselbe gepackt wie beim Brot: die Teigführung und wie sehr sie sich unterscheidet.
Mein liebster Moment kommt einen Tag nach dem Kurs. Im Gruppenchat tauchen die Fotos der frisch gebackenen Brote auf, und man sieht, wie stolz alle sind, dass es so gut geworden ist.
Das ist der Grund, warum es Krustenzeit gibt.
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